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Kirchhof von Schloss Pöllau ehem. Stift Pöllau Marktgemeinde Pöllau

Marktgemeinde Pöllau

(Hartberg-Fürstenfeld)

In zentraler Lage an den Hauptplatz grenzend befindet sich das ehemalige Augustiner-Chorherren-Stift, das heute Schloss Pöllau heißt. Dies ist nicht allzu weit hergeholt, denn bereits vor der Gründung des Stiftes 1504 hatte der im 12. Jahrhundert als Wasserburg errichtete Bau eine profane Nutzung als Sitz der Herrschaft von Pöllau. Die heutige Eigentümerin ist die Marktgemeinde Pöllau. 

Knapp vor der Auflassung des Ordens 1785 unter Joseph II. wurde die Stiftskirche, die heutige Pfarrkirche, errichtet, die aufgrund ihrer Baulichkeit und Gestaltung, vor allem mit der markanten Kuppel, im Volksmund Steirischer Petersdom genannt wird. Im Vorbereich der Kirche bzw. nach dem Durchschreiten des Tores vom Hauptplatz erschließt sich mit der auf mittelalterlichen Fundamenten errichteten ehemaligen Prälatur der 1719 vollendete bauliche Rahmen des Kirchhofes. Dessen Fassade ist mit barocker freskaler Malerei ausgestattet, diese erzeugt durch das Vortäuschen plastischer Elemente eine illusionistische Wirkung. Bei der barocktypisch symmetrischen Architekturmalerei mit gliedernden Lisenen, Fensterbekrönungen und Traufengestaltung werden die optisch raumgreifenden Gesichter unterhalb der gemalten Stützen-Kapitelle mit dramatisch überzeichneter Gestik asymmetrisch dargestellt. Auch andere Elemente der Barockmalerei, wie an- und abschwellende Rundungen, Proportionierung mit theatralischer Körperhaftigkeit sowie effektvolle Perspektiven, sind Gestaltungselemente an der kulissenartig inszenierten Kirchhoffassade.

In den Jahren 2021−2023 wurde die Fassade von den besten steirischen Spezialisten für Architekturoberfläche zunächst befundet, danach konserviert und zuletzt meisterhaft restauriert. Heute erstrahlt sie wieder in barocker Pracht und ist damit Aushängeschild Pöllaus als geistiger, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Pöllauer-Tales.

 

Fotos © Katarina Paller