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Bauernhofensemble vlg. Schneiderbauer Marktgemeinde Weinitzen

Marktgemeinde Weinitzen

(Graz-Umgebung)

Ein Ensemble bestehend aus einem Bauernhaus, einem Wirtschaftsgebäude mit Tenne und Stall und einem Kellerstöckl.

Der Begriff Bauernhof umfasst nicht nur das bäuerliche Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude, sondern vor allem auch die zu bewirtschaftenden Agrarflächen und Wälder. Wenn nun ein Bauernhof aufgelassen wird, werden die Güter geteilt. Dabei verlieren die Gebäude ihre ursprüngliche Nutzung und werden dann als Resthofstelle bezeichnet. Die häufigste Nachnutzung für diese ist die Umnutzung für allgemeines Wohnen, wie auch beim vulgo Schneiderbauer, bei dem es sich um ein Ensemble, bestehend aus einem Bauernhaus, einem Wirtschaftsgebäude mit Tenne und Stall und einem Kellerstöckl, handelt. Als reine Wohnstellen sind diese ehemaligen Bauernhofstellen sehr begehrt, da sie sich meist in attraktiven Lagen befinden und reizvolle, auch das Landschaftsbild prägende, Erscheinungsbilder haben sowie im Inneren einen behaglichen Komfort bieten.

2020 wurde mit den Baumaßnahmen begonnen. Zunächst bei dem Bauernhaus, und zwar mit Trockenlegungsarbeiten zur Behebung der massiven und bereits substanzbedrohenden Feuchtigkeitsproblematik. Danach folgte das Wirtschaftsgebäude, auch hier war eine Trockenlegung der erste erforderliche Schritt, bevor der ehemalige Stallbereich zu einem Tonstudio − der Eigentümer ist Musiker − revitalisiert wurde. Vulgo- oder Genanntnamen bedeuten, dass die Bauern im Ort mit den überlieferten Hof- oder Flurnamen angesprochen werden. So war Erzherzog Johann auch der „Brandhofer“, da er der Bauer vom bei Mariazell gelegenen Brandhof war. Selbst für den Bruder des Kaisers galt diese Bauernregel verbindlich. Die Namen können auf eine ursprüngliche Situation eines Hofes auf einer Flur hindeuten, wie der Brandhof auf eine dem Wald abgerungene Brandrodung. Oder es wurde der Name des ersten Besiedlers weitergegeben. Aber auch die Verbindung eines altvorderen Bauern mit einer weiteren Berufsbezeichnung, wie hier eben der „Schneiderbauer“, ist erwägbar. 

 

Fotos © Katarina Paller