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✔ Erlauben ✘ VerbietenGemeinde St. Bartholomä
(Bezirk Graz-Umgebung)
Die weststeirische Ortschaft St. Bartholomä liegt auf einer Berglehne im Liebochtal, der sogenannten Kirchleiten. Die „Alte Kirche“ mit dem markanten, hohen Glockenturm wurde im romanischen Stil erbaut und in der Spätgotik erweitert. Der Sakralbau stammt vermutlich aus dem frühen 13. Jahrhundert. Um 1450 wurde er um den Chor und die Sakristei vergrößert. Um 1790 wurde die Sakristei aufgestockt, die Fensteröffnungen vergrößert und die Ausstattung um eine Kanzel und eine Orgelempore erweitert. 1824 wurde der südöstlich ans Kirchenschiff angebaute Turm um ein Geschoß erhöht und erhielt ein Zwiebeldach mit Dachlaterne.
Die „Alte Kirche“ war bis zur Fertigstellung der neuen Kirche 1867 Pfarrkirche, danach noch Filialkirche. Doch sie verfiel zusehends: 1933 stürzte der Chor ein. 1966 stürzten die Westmauer und ein Gewölbe ein. Bis schließlich 1975 Hanns Koren, Direktor des Volkskundemuseums und legendärer weststeirischer Politiker, den Beginn der Restaurierung erreichte und die „Alte Kirche“ wiederaufgebaut werden konnte. Das Kirchenschiff wurde ziegelgedeckt, das Turmdach wieder mit Holzschindeln. Die damals eingebauten Glasfenster erzählen die Geschichte des Apostels Bartholomäus. Heute wird der einschiffige Saal der Kirche als Konzertraum und für Aufbahrungen verwendet. Im Glockenturm befindet sich die sogenannte Korenstub´n, eine Dauerausstellung, die Hanns Koren, Ehrenbürger von St. Bartholomä, gewidmet ist. Eine Gedenkstätte mit einer Bronzebüste von ihm steht neben der „Alten Kirche“.
Seit der damaligen Rettung erfolgt die Wartung und Restaurierung laufend, und seit der Säkularisierung 2023 wieder verstärkt: So konnten bedeutende Fresken freigelegt und gesichert werden. Die historische Dachdeckung wurde überklaubt und die Kalkfassaden restauriert. Die „Alte Kirche“ bildet jetzt wieder einen schönen Ausgangspunkt für die Prozessionen zu Mariä Lichtmess, am Palmsonntag und zu Erntedank.
Fotos © Katarina Paller