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Stainz

Beim Bauherrenmodell Bahnhofstraße 11 in Stainz wurde sozial geförderter Wohnbau hochwertig und architektonisch anspruchsvoll umgesetzt. Auf einem gebäudetechnisch komplexen Gelände entstanden 16 neue Wohnungen.

Als „Metamorphose“ beschreibt der Immobilienentwickler Norbert Adam die Verwandlung der Liegenschaft Bahnhofstraße 11 in Stainz zu einer modernen Wohnanlage mit sozial geförderten Wohnungen. Fünf Jahre stand das Gelände der ehemaligen Fleischerei Alfred Kroyß leer, Adam erkannte darin das Potenzial für neuen Wohnraum nur 50 Meter vom Marktplatz entfernt. Eine Projektentwicklungsgesellschaft um Norbert Adam kaufte die Liegenschaft im Jahr 2021. In einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren wurde diese, bestehend aus einem Bürgerhaus zur Straße und rückseitigen Produktionshallen mit Stallungen, zu 16 sozial geförderten Wohnungen umgewandelt. Die Fertigstellung erfolgte im Frühjahr 2026; innerhalb kürzester Zeit waren über 80 Prozent des neuen Wohnraums vermietet. 

Das Bürgerhaus bildet dabei die Straßenfront, nach hinten öffnet sich ein rund 100 Meter tiefes Grundstück mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten in geschützter Lage. Dieser Vorteil zeigte sich gleich zu Beginn auch als planerische Hürde: Wie lässt sich ein Wohnbau auf einem derart anspruchsvollen innerörtlichen Grundstück wirtschaftlich bewerkstelligen, wenn keine direkte Zufahrt auf das Grundstück vorhanden ist? Eine wesentliche Lösung ergab sich über das benachbarte Grundstück der Firma Grünewald, die dort die Errichtung eines Personalhauses plante. Im Zuge des Bauvorhabens Bahnhofstraße 11 konnte dieses zeitliche Fenster genutzt werden, um die Baustelle rückseitig über das Grünewald-Grundstück und die Zufahrt des Wirtschaftshofes der Marktgemeinde Stainz zu erschließen. 

Herausfordernd zeigte sich vor allem die Architektur. Aus einem ehemaligen Werk mit Nutzgebäude und Wohnhausanteil sollte ein individueller Wohnbau gestaltet werden, in dem jede Wohnung ihren eigenen Charakter hat. Das Grazer Büro Scherzer Valent löste diese Aufgabe architektonisch überzeugend, wie Norbert Adam betont. „Wir haben es geschafft, auf rund 825 Quadratmetern Wohnnutzfläche 16 Wohneinheiten zwischen 30 und 75 Quadratmetern unterzubringen, jeweils mit Eigengärten, Terrassen oder Balkonen“, sagt Norbert Adam. An einer Gebäudeseite wurde die Wand im Erdgeschoss zurückgesetzt, wodurch ein Säuleneffekt erzeugt wurde. Die Raumhöhen variieren zwischen 2,70 und 3,40 Meter. Großzügige Fensterelemente und Balkonöffnungen bringen viel Tageslicht in die Wohnungen. Durch den überschaubaren Neubauanteil konnten zusätzliche Grünflächen und Gemeinschaftsflächen geschaffen werden. „Das Projekt hat einen sehr hohen Anspruch an Individualität und Komplexität“, resümiert der Immobilienentwickler Adam.

Errichtet wurde die Wohnanlage als Bauherrenmodell. Ein wesentliches Element der Sanierung war der Upcycling-Ansatz: Bestehende Baumaterialien und Gebäudeteile wurden erhalten, aufbereitet und wieder in die neue Nutzung integriert. Historische Ziegel, Holztramen und Dachstuhlteile wurden gesichert und an gleicher oder anderer Stelle im Gebäude wiederverwendet. Dadurch blieb wertvolle Bausubstanz erhalten, zugleich wurden Ressourcen geschont und graue Energie bewahrt.

Im Rahmen der umfassenden Sanierung und Ortskernbelebung konnten Fördermittel des Landes Steiermark eingebunden werden. Dadurch wurde die wirtschaftliche Umsetzung des Projekts wesentlich unterstützt. Auf einen frei finanzierten Wohnbauanteil wurde zugunsten des Gesamtprojekts verzichtet. Eine ursprünglich angedachte Erweiterung auf das Nachbargebäude ließ sich eigentümerseitig nicht realisieren.

Auch Bürgermeister Karl Bohnstingl zeigt sich begeistert vom Wohnbauprojekt. „Es ist toll, was in der ehemaligen Fleischerei, die als Betrieb nicht mehr nutzbar war, entstanden ist. Die neuen Wohnungen im Zentrum verursachten keinen neuen Flächenverbrauch, das ist uns wichtig“, sagt er. Gerade für ältere Bewohner ist die fußläufige Erreichbarkeit nahezu aller Dinge des täglichen Bedarfs von großem Vorteil. Bohn-
stingl: „Das Projekt Bahnhofstraße 11 ist für Stainz eine große Bereicherung.“ •

 

© Barbara Zapfl
© Luef Light

Link zur Gemeinde

https://www.stainz.at

Bürgermeister

Karl Bohnstingl