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Eines der ältesten und traditionsreichsten Gebäude des Ortes wieder besser zu nutzen und langfristig zu bewahren, stand für die Pfarre Gamlitz mit Impulsgeber und Wirtschaftsrat Christian Hofmann am Anfang der Überlegungen. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit mit dem Erhalt eines Bauwerks, welches das Ortsbild prägt, war das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Das von der Pfarre entwickelte Konzept sicherte den Weiterbestand eines Hauses, das als ehemaliger Pfarrsaal auch mit vielen Emotionen verbunden ist, gleichermaßen wie dessen gastronomische Nutzung. Heute wird im neuen Kirchenwirt am Platz regional aufgekocht.
In Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde unter der Federführung von Bürgermeister Friedrich Partl konnte so eine Win-win-Situation geschaffen werden. Der ungenutzte alte Pfarrsaal am Peter-&-Paul-Platz wurde mit Unterstützung des Landes Steiermark von der Gemeinde erworben und saniert. Während im Obergeschoss des Gebäudes zwei Wohnungen mit rund 50 Quadratmetern Fläche sowie Büroräumlichkeiten Platz gefunden haben, verleihen den Gasträumen im Erdgeschoß Holzböden und Holzmöbel eine gemütliche Atmosphäre. Hier, im „Wohnzimmer mit kulinarischem Wohlfühlcharakter“, das als bodenständiges Wirtshaus funktioniert, haben die Pächter und Jungunternehmer Lukas Fürk und Philipp Marko 2024 die Gastgeberrollen übernommen. Sie bringen in der „Weinkehr“ modern interpretierte Klassiker auf die Teller.
Synergien nutzen
Sowohl Hofmann als auch Partl lag es daran, Synergien zu nutzen, um den Ort im Zentrum zu stärken. Die Adresse Kirchengasse 1 hat so – auch nach der Eröffnung des Pfarrsaalneubaus im Jahr 2021 – einen neuen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben von Gamlitz eingenommen. „Uns war es wichtig, dass wir ein bestehendes Gebäude neu zum Leben erwecken – und dass ein gutes Einvernehmen mit der Kirche besteht“, unterstreicht Partl. Das Gebäude sollte, unter der planerischen Regie von Architekt Erich Prödl, in der Außenansicht erhalten bleiben, die Fenster wurden saniert, eine Terrasse wurde angebaut.
Dieses Vorhaben ist Teil eines größeren Entwicklungsprozesses in Gamlitz. Ein Bürgerbeteiligungsprojekt förderte zuletzt eine Reihe von Ideen zutage, eine gastronomische Nutzung des alten Pfarrsaals wurde auch in diesem Zusammenhang gewünscht. Darüber hinaus fanden und finden Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im Ort Schritt für Schritt Umsetzung. Sie reichen von der Neugestaltung des Platzes rund um das Kriegerdenkmal und Verbesserungen der Verkehrssituation mit einem Schulwegplan inklusive Elternparkplatz über das Schaffen von Sitzgelegenheiten in konsumfreien Zonen bis hin zum klimafreundlichen Pflanzen von Bäumen. „Wir sind mit den bisherigen Ergebnissen zur Ortskernstärkung auf einem guten Weg“, freut sich Partl. „Es sind immer viele, auch kleinere Schrauben, an denen gedreht werden kann und wird, die langfristig die Qualität steigern“, stimmt Hofmann zu. Und ergänzt: „Oftmals ist es uns allen selbst gar nicht so bewusst, was wir zur Verfügung haben und was sich bewegen kann, wenn man die kreativsten Köpfe ans Werk lässt.“ Das Engagement wurde auch überregional wahrgenommen: Die Gemeinde zählt heuer unter 44 Einreichungen von 14 Gemeinden aus sieben Bundesländern als einzige steirische Gemeinde zu den sieben Finalisten eines Wettbewerbs des Vereins LandLuft, der unter dem Motto „Nutzen, was da ist!“ baukulturelles Engagement auszeichnet. •
Fotos © Luef Light
© Marktgemeinde Gamlitz
Bürgermeister